Die wichtigsten Grundregeln im Polosport

DAS SPIELFELD

Das Polospielfeld ist 300 yards (ca. 270 m) lang und 200 yards (ca. 180 m) breit. Die Torpfosten, drei Meter hohe Stangen stehen 8 yards (ca. 7,20 m) auseinander. Eine obere Begrenzung gibt es nicht. Als Torerfolg wird jeder Ball gerechnet, der zwischen den Torpfosten oder den gedachten Verlängerungslinien der Pfosten – gleich in welcher Höhe - hindurchgeschlagen wird.

DAS TEAM

Eine Polomannschaft besteht aus vier Spielern. Die Spieler auf den Positionen 1 und 2 konzentrieren sich vor allem auf den Angriff, die Spieler auf den Positionen 3 und 4 übernehmen hauptsächlich Verteidigungsaufgaben und versuchen, den Angriff von hinten aufzubauen und zu unterstützen. Es gibt keinen Torwart. Der beste Spieler des Teams spielt meist auf der Position drei.

DER STICK UND DER BALL

Der Poloschläger (Stick) aus Weiden- oder Bambusholz darf nur in der rechten Hand gehalten werden. Mit dem unteren Teil des Schlägers, der ,,Zigarre“ wird der Ball geschlagen. Dieser besteht traditionell aus gepresstem Bambusholz, heute jedoch oft aus Kunststoff. Er hat einen Durchmesser von ca. 10 cm und wiegt um die 130 g.

DAS HANDICAP

Jeder Spieler besitzt - ähnlich wie im Golf - ein individuelles Handicap. Dieses wird in der Bundesrepublik von einer Kommission festgelegt. Die Handicapeinstufung reicht von -2 (Anfänger) bis +10. Zur Zeit gibt es auf der Welt nur eine Handvoll Spieler mit einem Handicap von +10. Fast 90% aller Spieler bewegen sich im Handicapbereich von 0 bis +2. Das Handicap der Spieler eines Teams wird zusammengezählt und ergibt das Gesamthandicap. In einem Spiel erhält die Mannschaft mit dem niedrigeren Gesamthandicap eine Torvorgabe. Die Teams werden je nach Handicap in drei Klassen eingeteilt. In der Bundesrepublik weist ein Low-Goal-Team ein Gesamthandicap zwischen -2 und +4 auf. Das Handicap eines Medium-Goal-Teams liegt zwischen +2 und +6, das eines High-Goal-Teams zwischen +8 und +14.

DIE SPIELZEIT

Ein Spiel besteht aus mindestens vier und höchstens acht Spielabschnitten, die Chukker genannt werden. In der Bundesrepublik werden meist vier Chukker gespielt. Ein Chukker ist 7 1/2 Minuten lang. Dies ist die reine Spielzeit. Bei Unterbrechung des Spiels wird die Uhr angehalten.

Die Pausen zwischen den Chukkern betragen ca. drei Minuten, nach dem zweiten Chukker etwa fünf Minuten. Seitenwechsel erfolgt nicht nur nach jedem Chukker, sondern nach jedem Torerfolg.

DIE UNTERBRECHUNGEN

Fällt ein Reiter vom Pferd, läuft das Spiel weiter, sofern sich der Reiter nicht verletzt hat. Stürzt dagegen ein Pferd, gerät ein Zaumzeug in Unordnung oder löst sich eine Bandage, wird das Spiel sofort unterbrochen.

DIE SCHIEDSRICHTER

Das Spiel wird von zwei berittenen Schiedsrichtern (umpires) auf dem Feld geleitet. Der Oberschiedsrichter (referee) am Spielfeldrand entscheidet, wenn die beiden Feldschiedsrichter unterschiedlicher Meinung sind.

DIE PFERDE

Es können grundsätzlich Pferde jeder Herkunft und Größe eingesetzt werden. Nur Hengste sind aus Sicherheitsgründen nicht zugelassen. Zum Schutz der Pferde müssen diese an allen Beinen Bandagen tragen. Die Schweife sollen eingebunden sein. Ein Pferd darf pro Tag in nicht mehr als zwei Chukkern eingesetzt werden. Diese dürfen nicht direkt aufeinander folgen.

DAS STICKHAKEN

Der gegnerische Spieler darf mit dem Stick am Schlag gehindert werden. Der angreifende Spieler versucht dabei, den Schlag des anderen zu stören oder zu unterbinden, indem er ihn mit seinem eigenen Stick behindert. Dies ist jedoch nur erlaubt, wenn der gegnerische Reiter dabei nicht noch anderweitig behindert wird und sich der Ball zwischen den Pferden der beiden Spieler befindet. Dieses Haken ist nur bis zur Pferderückenhöhe erlaubt.

DIE SPIELREGELN

Die Polospielregeln sind in erster Linie auf den Schutz und die Sicherheit der Pferde ausgerichtet. Grundlage des Spiels bildet das sog. ,,Wegerecht' (right of way). Es besagt, dass der Spieler, der seinem geschlagenen Ball auf gerader Linie folgt oder als erster ohne sichtbare Behinderung anderer auf die Linie des rollenden oder fliegenden Balles einschwenkt, nicht von einem anderen Spieler gekreuzt werden darf, wenn dadurch der Spieler oder das Pferd gefährdet werden würde. Die Spieler, die nach dem ersten Spiel an die Linie des Balles kommen, müssen entweder mit deutlichem Abstand vorher anhalten oder sich - wie im Verkehr - ,,einfädeln". Das Abdrängen (Abreiten) der Pferde ist erlaubt.

1. Der schwarze Spieler kreuzt demnächst die Linie seines Gegners und wird somit einen schwerwiegenden und gefährlichen Regelverstoß begehen. 


2. Wenn zwei Spieler die gleiche Richtung einschlagen, kann der schwarze Spieler den sich auf der gleichen Höhe befindenden weißen Spieler über die Linie drängen und den Ball spielen, ohne ein Foul zu begehen.

3. Wenn zwei Spieler sich aus verschiedenen Richtungen dem Ball nähern, so hat derjenige das Wegerecht, der im kleinsten Winkel zur Lauflinie des Balles anreitet.

4. Zwei Spieler, die aus entgegengesetzen Richtungen auf den Ball zureiten, müssen nach links ausweichen und den Ball rechts spielen.

5. Es ist verboten, die Beine des galoppierenden Pferdes mit dem Stick zu kreuzen.

6. Der Ellbogen darf nicht zum Check des Gegners angesetzt werden.

7. Es ist nicht erlaubt, den Stick über den Rücken des Pferdes zu bringen, um den Gegner hinter den Schultern am Schlag zu hindern.