Chronologie

Polo, das älteste Spiel mit Stock und Ball zu Pferd, hat seinen Namen vom tibetischen Pulu - ein Ball. Moderne Spiele wie Hockey und anscheinend auch Golf und Cricket finden ihren Ursprung im Polo.

Vom persischen Dichter Firdausi ist verläslich überliefert, dass Polo bereits im 6. Jahrhundert v. Chr. gespielt wurde. Die Weltgeschichte des arabischen Historikers Tabari (838-923) schreibt es auch schon Alexander dem Großen zu. Das moderne Polo nahm seinen Anfang in Indien. Offiziere eines englischen Husarenregiments haben es im Zuge eines Feldzugs in Hinterindien am Hof des Maharadschas von Manipur kennen gelernt und laut Aufzeichnungen schon 1859 ihren ersten Poloclub (Silchar Polo Club in Cachar) gegründet. Eines der Gründungsmitglieder war Leutnant Joseph Sherer, der auch als "Vater des englischen Polo" gilt.

1862 folgt die Gründung des Calcutta Poloclubs, heute der älteste Club der Welt. Am Neujahrstag dieses Jahres werden in Silchar 23 Spielregeln erstmals offiziell festgelegt.
1869 Polo, das die Briten "Hockey zu Pferde" nannten, wird nach Europa gebracht.
1871 das erste öffentliche Spiel findet in Aldershot/England statt.
1872 der erste europäische Club wird in Montmouthshire/England gegründet.
1873 Gründung des "Hurlingham Poloclub", England; die heute gültigen Spielregeln sind nach diesem Club benannt.
1876 Polo erreicht den nordamerikanischen Kontinent.
1877 der Engländer David Sherman führt das Spiel in Argentinien, auf seiner Farm in der Provinz Buenos Aires, ein.
1888 Amerika führt als erstes Land ein Handicap-System ein; England und Indien folgen 1910.
1894 Argentinien zählt bereits 21 Poloclubs.
1895 Deutschland sieht das erste Polospiel in Hamburg.
1898 Gründung des Hamburger Poloclub.
1899 Mitglieder der englischen Kavallerie spielen das erste Polospiel in St. Moritz.
1902 wurde unter der Initiative von Herrn Hasperg der erste Frankfurter Polo Club gegründet. Das Team bestand aus den Herren Hermann von Passavant, Karl von Weinberg, M. von Frisching, E. Flinsch, Wilhelm Freyeisen, Ed. Beit, von Carvalho, Baron von Stiebel und A. Andreae.
1910 Fürst Otto Windisch-Graetz, Prinz Vinzenz Auersperg, Graf Ferdinand Kinsky und Graf Gizycki gründen am 23. Oktober den "Poloclub Wien"; nach Ausbruch des 1. Weltkriegs werden Polospiele allerdings bis 1925 eingestellt.
1931 wies die Handicap-Liste der Central-Europäischen Polo-Association 342 Mitglieder aus.
1932 in einer außerordentlichen Generalversammlung wird beschlossen, wegen der Weltwirtschaftskrise vorerst keine Polospiele mehr zu veranstalten.
1900-1936 Polo war in diesem Zeitraum mehrmals olympische Disziplin; 1900 in Paris, 1908 in London, 1920 in Antwerpen, wo England siegreich blieb; 1924 mussten sie sich in Paris hinter Argentinien und den USA allerdings mit Rang 3 begnügen.
1936 bei der Berliner Olympiade hatte Polo im Maifeld-Stadion mehr Publikum als alle anderen Sportarten. Argentinien gewann vor England und Mexiko.
1938/39 alle Polo-Sportvereine werden von nationalsozialistischen Staatskommissaren formell aufgelöst.
1991 mit der Gründung des "Poloclub Schloss Ebreichsdorf" bei Wien wird Polo in Österreich wieder eingeführt.
1992 Der Frankfurter Polo Club e.V. wurde von Oliver Gläser neu ins Leben gerufen.
1997 In Deutschland gibt es inzwischen etwa 23 Poloclubs mit ca. 200 aktiven Mitgliedern. Weltweit wird Polo auf 5 Kontinenten in über 50 Ländern gespielt. Der jährliche Höhepunkt steigt im November mit den Argentine Open in Palermo, Bezirk Buenos Aires, wo die besten Spieler und Teams der Welt aufeinander treffen.
1999 Das Frankfurter Team wurde zweifacher Deutscher Meister (Low und Medium Goal)